FAQ

Welche Rechtsform hat Zebunet ?

Zebunet ist eine französische Association loi 1901 – gemeinnützig, unpolitisch und nicht kirchlich – deren Zulassung am 19. Juli 2001 erfolgte und am 11. August 2011 in Kraft trat.

 

Wer erweckt Zebunet zum Leben ?

Die meisten Impulse und Ideen gehen von der Präsidentin und dem sie umgebenden Verwaltungsrat aus. Sie kommen zwei Mal im Jahr zusammen, um die Leitlinien der Organisation zu definieren, aus denen dann der Vorstand in einer monatlichen Sitzung konkrete Projekte gestaltet. Eine feste Mitarbeiterin sowie ein Team von aktiven Freiwilligen kümmern sich um die Umsetzung und Betreuung der Projekte, wobei jeder einen ganz bestimmten Teil der Aktivitäten verantwortet.

 

Wer sind die Freiwilligen ?

Unsere Freiwilligen sind Menschen, die Zebunet ein wenig ihrer Zeit schenken. Jeder übernimmt gemäß seiner individuellen Fähigkeiten (Rechnungswesen, Informatik, Verwaltung, Kommunikation, landwirtschaftliche Entwicklung) einen Teil der Aktivitäten, entweder von zu Hause aus oder auf dem Hausboot selbst. Die meisten von ihnen gehen hauptberuflich einer anderen Arbeit nach, sodass sie Zebunet nur eingeschränkt Zeit widmen können (ca. 3-5 Stunden wöchentlich). Einige Freiwillige sind auch Rentner oder arbeitssuchend und können so mehr Zeit investieren (5-10 Stunden wöchentlich). Obwohl sich viele von ihnen in Paris befinden, sind die Freiwilligen doch über ganz Frankreich verteilt !

 

Und wer arbeitet in den Zielländern ?

In den Ländern, in denen Zebunet Mikrokredite vergibt, verfügt die Organisation jeweils über einen lokalen Freiwilligen, der das Bankkonto verwaltet und die Rückzahlung der Kredite fachkundig betreut. Unsere lokalen Partnerorganisationen übernehmen dann die konkrete Durchführung der Projekte (Auswahl der Kreditempfänger, Kreditvergabe, Kauf der Tiere, tierärztliche Begleitung, …). Ihre Arbeit wird mit den Zinsen der Darlehen finanziert.

 

Woher bezieht Zebunet seine finanziellen Mittel ?

Die Gelder von Zebunet stammen größtenteils aus Mitgliedsbeiträgen und den Mikrokrediten, die nach Ende der Laufzeit als Spende an die Organisation übergehen. Seit 2009 kann Zebunet außerdem auf die Unterstützung privater und öffentlicher Institutionen zählen, die zur Finanzierung der Projekte beitragen.

 

Wofür werden die Gelder verwendet ?

Aus Mitgliedsbeiträgen und einer Verwaltungsgebühr von 5 €, die Zebunet auf jeden vergebenen Mikrokredit erhebt, werden die Verwaltungskosten des Hauptsitzes der Organisation, sowie das Gehalt der Koordinatorin getragen.
Mikrokredite, die unter dem Status einer Investition vergeben wurden, tragen zur Finanzierung weiterer Kredite in den Zielgebieten bei.
Kreditbeiträge von Spendern werden zunächst auch in einen Mikrokredit investiert, nach dessen Rückzahlung fließt der Betrag dann Unterstützungsprojekten (z.B. Brunnenbau, Biogasanlagen, Weiterbildung, …) und der Entwicklung neuer Projekte zu.
Reine Spenden und Subventionen werden je nach Bedarf der Organisation und eventuellen Wünschen der Spender verwendet.

 

Wie kann ich überprüfen, ob die Gelder sinnvoll verwendet werden ?

Dies können Sie am Besten tun, indem Sie sich vor Ort begeben und den Besitzern „Ihres“ Tieres, sowie den Familien und den Kreditnehmern selbst einen Besuch abstatten !

Außerdem können Sie jederzeit Einblick in unsere Konten erhalten, Sie müssen dafür lediglich den Schatzmeister um die Zusendung einer entsprechenden Aufstellung bitten. Diese wird dann pünktlich zur Hauptversammlung an Sie versandt.

Sie werden feststellen, dass die Kosten der Unterhaltung unseres Hauptsitzes sehr gering sind, wir beschäftigen nur eine Angestellte, die sich um die Koordination aller Projekte kümmert, alle wichtigen Ämter sind auf Französischer Seite mit Freiwilligen besetzt.

 

Warum müssen die Landwirte Zinsen zahlen ?

Obwohl Zebunet versucht, die finanziell schwächsten Schichten der Landbevölkerung zu erreichen, möchte die Organisation keine Almosen verteilen, sondern mit ihren Maßnahmen eine Entwicklungsdynamik anstoßen. Ein Kredit mit Zinsen, auch wenn sie vergleichsweise niedrig sind, erlaubt die Auswahl motivierter Personen, denen wir dann helfen können, eine rentable ökonomische Aktivität aufzubauen. Darüber hinaus dienen die Zinsen auch zur Kostendeckung bei unseren lokalen Partnern, welche die Begleitung der Mikrokredite und der Zuchtbetriebe übernehmen.

 

Welcher Zinssatz wird in den Zielländern angesetzt ?

Die Zinssätze variieren je nach Land, finanziertem Tier und Partnerorganisation.

Das investierte Geld wird zunächst komplett an diese Organisation übertragen, um die Vergabe und Begleitung der Kredite sicherzustellen. Daher wird auch der Zinssatz zusammen mit dem Partner festgelegt, je nach Rentabilität der Zucht einer Tierart, der lokalen Inflationsrate und dem Bedarf an Betreuung. Aktuell liegen die Zinsen zwischen jährlich 7% und 12%.

 

Was ist ein Tierischer Investitionsplan ?

Ein Tierischer Investitionsplan symbolisiert die Hilfe, die Sie als Investor einem Bauern in einem Entwicklungsland zukommen lassen, indem Sie den Kredit finanzieren, mit dessen Hilfe er sich ein Zuchttier kaufen kann. Es kann sich dabei um ein Schwein, ein Zebu, eine Ziege, ein Schaf oder Hühner handeln. Jeder Plan hat eine festgelegte Höhe (Preis des gekauften Tieres) und Laufzeit (Rückzahlungsfrist), über deren gesamte Dauer der Geldgeber regelmäßig über den Verlauf des Projekts informiert wird. Nach Ende des Projekts, sobald der Landwirt seinen Kredit komplett zurückgezahlt hat, variiert die Weiterverwendung des Geldes je nach Option (Spender oder Investor), die der Geldgeber zu Anfang gewählt hat.

 

Habe ich durch den Beitritt oder eine Spende an Zebunet das Recht aufeine Spendenbescheinigung ?

Zebunet ist eine gemeinnützige Organisation und in dieser Funktion sind wir berechtigt, Spendenbescheinigungen auszustellen. Privatpersonen erlangen durch den Abschluss einer Mitgliedschaft, eine Spende oder einen Investitionsplan mit dem Status „Spender“ das Recht auf eine Spendenbescheinigung, durch die sie in Frankreich eine Steuersenkung von 66% des Investitionswerts erhalten. Für Unternehmen besteht die Steuerersparnis in 60% des Investitionswertes, im Rahmen von 0,5% des Umsatzes ohne Steuern.


Was unterscheidet den Status „Spender“ ?

Spender :

Mit der Wahl dieses Status verzichtet der Spender ab der Unterzeichnung seines Tierischen Investitionsplans auf den eingebrachten Geldbetrag. Wenn die Summe nach Ende der Kreditlaufzeit vom Bauern zurückgezahlt wurde, geht sie an Zebunet über und wird dort für Projekte zur zusätzlichen Unterstützung der Züchter eingesetzt. Der Spender erhält eine Spendenbescheinigung in Höhe der eingebrachten Summe und profitiert so im Jahr der Zahlung von einer Verringerung der Steuerlast auf diesen Betrag.

 

Warum dauert die Vergabe der Tiere an die Bauern so lange ?

Um ein Projekt zu starten, müssen wir unserer Partnerorganisation zu Anfang den gesamten Geldbetrag aller geplanten Mikrokredite vorstrecken. Bereits zu diesem Zeitpunkt wird das Projekt auch auf unserer Website für die Vergabe von Mikrokrediten freigeschalten, um das vorausgezahlte Geld schnell wieder einzubringen. 

Nun beginnt unsere Partner vor Ort mit ersten Weiterbildungen, dem Kauf der Tiere, Besuchen bei jeder einzelnen der ausgewählten Familien und sendet uns Fotos von den Bedingungen vor Ort.

Erst dann können wir beginnen, die Tiere zu vergeben. Aus diesem Grund kann es, abhängig vom Stand des Projekts zum Zeitpunkt Ihrer Investition, noch zwischen einer Woche und zwei Monaten dauern, bis ein Landwirt das von Ihnen finanzierte Tier auch erhalten hat.

 

In welcher Beziehung steht Zebunet mit dem Zebu Overseas Board (ZOB) ?

Der damalige Air France-Pilot Gérard Feldzer war begeistert von diesem Projekt, an die Viehzucht angepasster Mikrokredite – dessen ursprüngliche Idee von Stéphane Geay, dem Vorsitzenden des ZOB stammte.

Gérard war zunächst eine Zeit lang für die ZOB tätig, bevor er sich mit der Zustimmung von Stéphane und Hanh, einer gebürtigem Vietnamesin, zusammentat und sie gemeinsam Zebunet gründeten. Das erste Projekt der neu gegründeten Organisation fand in Vietnam in Zusammenarbeit mit Tierärzte ohne Grenzen (heute: Landwirte und Tierärzte ohne Grenzen) statt, die uns in die Arbeit in diesem Bereich eingeführt haben.